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Frauenheilkunde in der Naturheilpraxis: Hormonelle Dysbalancen

Frauenheilkunde erhält in der Naturheilpraxis einen immer stärkeren Stellenwert, weil die Anzahl der Frauen, die unter hormonell bedingten Beschwerden leiden, immer größer wird. Hierzu gehören nicht nur typische gynäkologische Beschwerden wie Wechseljahresbeschwerden, unerfüllter Kinderwunsch, Endometriose, Amenorrhoe, Myome etc, sondern auch hormonell bedingte Migräne, Neurodermitis oder Haarausfall.

Diagnostik. Ein zentraler Aspekt in der Naturheilpraxis ist immer die Beurteilung bereits vorliegender Befunde. In der Regel wird von den Fachärt/inn/en ein Laborwert im Rahmen von Normwerten beurteilt. In der Naturheilpraxis wird ein Befund zusätzlich unter chronomedizinischer Sicht, anhand von Quotienten sowie vor allem in seiner Gesamtheit bewertet. Viele Frauen in meiner Praxis leiden unter hormonell bedingten Beschwerden, trotz in der Norm liegender Blutwerte. Das Gesamtbild zeigt könnte aber z.B. auf eine insgesamt niedrige Hormonproduktion deuten. Andererseits könnte eine Patientin, die bereits hormonell behandelt wird oder wurde, plötzlich auffällige Schilddrüsenwerte zeigen. Es muss also hier die vorangegangene Therapie berücksichtigt werden. Denn die Schilddrüsenhormone sind ein Schlüsselhormon des gesamten Hormonhaushaltes und können im Rahmen von hormonellen Behandlungen aus dem Ruder laufen, ohne dass eine primäre Schilddrüsendysfunktion vorliegt. Diese Beispiele zeigen, dass ein ganzheitlicher Blick auf den Hormonstatus durchaus sinnvoll sein kann.

Wozu eine erweiterte Labordiagnostik in der Naturheilpraxis durchführen lassen? In meiner Praxis ist es möglich die Steroidhormone per Speicheltest durchführen zu lassen. Warum? Die im Medium Blut gemessenen Steroidhormon-Werte (aus Cholesterin synthetisierte Sexualhormone und Corticosteroide) sind Hormone, die an Proteine gebunden sind, um transportiert zu werden, und somit NICHT im Körper wirksam sind. Im Blut werden also Hormone gemessen, die lediglich transportiert werden. Dies sagt nichts darüber aus, wie hoch der Anteil der tatsächlich bioaktiven Hormone ist. Es ist folglich fraglich, welche Aussage eine hormonelle Blutuntersuchung hinsichtlich der Steroidhormone hat. Denn nur freie Hormone haben eine Wirkung. Sie sind im Speichel nachweisbar.

Beispiel: Östrogendominanz. Östrogendominanz und Progesteronmangel sind ein häufiges Beschwerdebild. Allerdings findet sich in Blutuntersuchungen häufig ein zu niedriger Östrogenstatus. Daraus ergibt sich für die/den behandelnden Gynäkolog/in eine Östrogensubstitution, dies bedeutet die Zufuhr von künstlichen Östrogenen in Form von Pharmaka. Diese werden über Jahre und Jahrzehnte zugeführt. Daraus können sich erneut Beschwerden ergeben wie das Post Pill-Syndrom.

Im Speichel hingegen erhalte ich bei der gleichen Patientin oft ein gegenteiliges Ergebnis. Im Verhältnis zum Gegenspieler Progesteron zeigt sich oft eine Östrogendominanz. In diesem Fall wird ein auf die Patientin individuell zugeschnittener Arzneimittelkomplex aus der Homöopathie und Phytotherapie zugeschnitten. Die Präparate werden in der Regel über drei Monate gegeben. Der Körper wird zur hormonellen Balancierung durch Selbstregulierenung angeregt. In meiner Praxis habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Dabei liegen die Gründe für eine Östrogendominanz oft auf der Hand:

  • Hormonersatztherapie, Substitution künstlicher Östrogene

  • hormonelle Kontrazeption

  • Schilddrüsenfunktionsstörungen

  • Stress (Cortisol fördert Östrogendominanz)

  • Eingeschränkte Leberfunktion (Cholesterin oder Bindeproteine können nicht ausreichend hergestellt, bzw. Östrogen nicht hinreichend abgebaut werden)

  • Xenoöstrogene, das sind Fremdöstrogene aus Plastik. Kosmetik (überprüfe einmal Deine Kosmetika mit der App ToxFox und Du wirst erschrocken sein, wie viele hormonbelastete Du davon in Deinem Badezimmer findest. Ernährung wie Schweinefleisch, Milch sind extrem östrogenbelastet.)

  • Vitamin D – Mangel

Natürliche Hormontherapie. Eine natürliche Hormontherapie zwecks Regulation ist Dank sehr guter Arzneimittel aus der Homöopathie und der Pflanzenheilkunde möglich. Sie könnte eine Alternative zu verschreibungspflichtigen Medikamenten sein.

Zusätzlich können hormonelle Blockaden mithilfe der Ohrakkupunktur behandelt werden. Hier ist seit langem die Hormonachse bekannt, die die hormonellen Schlüsselorgane aktivieren. So könnten aber auch Störherde ermittelt werden.

Zu meiner Behandlung gehört immer auch eine ostheopathische Befundung und Behandlung. Es gehören die Behandlung der Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse, neurolale Stimulation, Wirbelsäulenblockaden, Behandlung von Verklebungen, muskulären Fehlbelastungen, zirkulatorischen Störungen zu einer Basistherapie, die eine Balancierung des Hormonhaushaltes unterstützen. In meiner Praxis arbeite ich auch komplementär. Das heißt, dass selbstverständlich neben einer Therapie mit homöopathischen oder pflanzlichen Arzneien, auch schulmedizinisch verordnete Präparate eingenommen werden können. In Anbetracht der Zunahme von östrogenbedingten Nebenwirkungen, aber auch schweren Erkrankungen wie z.B. Brustkrebs ist es sinnvoll präventiv, komplementär oder begleitend eine umfassende Diagnostik und Therapie in Erwägung zu ziehen. Aber auch bei anderen Beschwerden wie etwa einer vergeblichen Diät-Odysse, die nicht zu der gewünschten Gewichtsreduktion führt, ist in den allermeisten Fällen eine Östrogendominanz verantwortlich. Lies mehr über den Zusammenhang von Östrogenen und Gewichtsreduktion in meinem Beitrag Ernährungsumstellung.

Gynaecology and naturopathy: Hormonal imbalance

Gynaecology becomes more and more important in the naturopathy practice because the number of women who suffer from complaints which are based on hormonal reasons are increasing. This includes not only typical gynaecological symptoms like climacteric period symptoms, unfulfilled desire to have a child, endometriosis, amenorrhea etc. but also migraine, atopic eczema or loss of hair – all may be caused by hormonal disorder.

Diagnosis. A central aspect is the evaluation of diagnostic findings. As a general rule lab results are interpreted by standard values by doctors. In addition to that the naturopath analyzes the results by including chronomedical parameters, calculates a ratio and – above all – looks at the results as its whole. Many women in my practice suffer from hormonal complaints although their lab results are within the standard values of their blood levelled. Taking into account the entire results you may realize that all values may be levelled down. On the other hand a patient suddenly might have conspicuous thyroid levels after an artificial hormonal treatment which has to be taken into account judging a lab test because thyroid hormones are key hormones of the entire hormonal balance and therefore they can change without a primary thyroid dysfunction. These examples show that a holistic view on lab values definitely makes sense.

Why may an additional lab test be useful? In my practice I offer lab diagnostics due to steroid hormones. The values are taken from saliva. Why? The steroid hormones (corticosteroids and sex hormones synthesized from cholesterol) measured in blood samples are hormones which are bound to proteins in order to get transported and they are therefore NOT operative in the body. So the blood sample delivers values of hormones which are merely transported. It does not say anything about the level of hormones which are actually active. So it is questionable which information you can take from a blood test due to steroid hormones. You have to take into account that only free (not-bound) hormones are activating the organs. They can be checked by a saliva test.

Example: oestrogen dominance. Oestrogen dominance and a progesterone deficiency are common clinical problems. However in blood tests you will find all too often contrary to the results of saliva tests. So you may find out an oestrogen deficiency in a blood test and an oestrogen dominance in the saliva test of the same patient taken at the same time. Of course the gynaecologist will trust the blood test and therefore will substitute oestrogen. Generally the patient will take these artificial oestrogens for years or decades. And further problems can increase as a consequence to that like the post-pill syndrome.

But if in contradiction to the blood test of the gynaecologist the naturopath might has asserted an oestrogen dominance instead of an oestrogen deficiency and so the substitution will be completely different: The patient will receive an individual substitution of herbal medicine and homeopathic complex remedies. These drugs will normally be taken up to three months. The body will be stimulated to a hormonal balance by self-regulation. In my practice I made excellent experiences with it.

In the end the reasons for an oestrogen dominance are evident:

  • hormone replacement therapy, substitution of artificial oestrogens

  • hormonal contraception

  • thyrotoxicosis

  • stress (cortisol leads to an increase of oestrogen)

  • restricted liver function (cholesterol or binding-protein cannot be produced sufficiently or rather oestrogens cannot be eliminated sufficiently)

  • xeno-oestrogens, oestrogens in plastic, cosmetics (let’s check your cosmetics with the app ToxFox and you will be astonished how many hormone-infested products you will find in your bathroom. Also cow milk and oestrogen fed meat is full of hormones and other disturbing substances)

  • lack of vitamin D

Natural hormone therapy.  A natural hormone therapy is possible because of very good homeopathic and herbal medicine. So it can be an alternative to allopathic drugs.

In addition to that blockades can be treated with the aid of ear acupuncture. The hormone axis is well known. It activates the hormonal key organs. And interfering influences can be found out as well.

My treatment always includes an osteopathic diagnostic and treatment. The treatment of the hypothalamus-pituitary-ovary-axis for instance or the neuronal stimulation, release of spinal blocks, adhesion, inappropriate biomechanical stress to muscles and joints, vascular dystonia etc. belongs to the basic therapy in order to support the body in balancing its hormonal system.

I am also working complementary. This means that of course natural medicine can be practised as a complement to allopathic treatment as well as an alternative treatment.

In regards to the increase of oestrogen-induced side effects as well as serious diseases like breast cancer it seems to make sense to take a comprehensive diagnostic investigation and therapy into consideration either as preventive, complementary or as an alternative to allopathy. Also other complaints like an unsuccessful diet-odyssey very often is caused by an oestrogen dominance. Read more about the connection of oestrogen and loss of weight in my article on change of diet.