Narbenbehandlung

Narben können stören und Bewegungen beeinträchtigen, da sie die Zug- oder Druckverhältnisse im Körper verändern. So können Narben Beschwerden wie Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen in ihrer Umgebung aber auch in weiter entfernten Regionen verursachen, je nach dem wo und wie der Körper kompensiert:

Eine OP-Narbe durzieht oberflächliche und tiefere Schichten des Gewebes und zieht somit in der Regel in eine Fehlhaltung. Aber nicht nur das: auch die Fließeigenschaften von Gefäßen werden in der Umgebung der Narbe beeinträchtigt, denn Narben haben einen langsameren Stoffwechsel. Verwachsungen in die Tiefe von Narbensträngen können derart ziehen, dass Bewegungen beeinträchtigt werden oder z.B. bei Narben im Abdomen im Bauchraum zu Schmerzen in der Tiefe führen. Auch bei Symptomen ungekärter Ursache lohnt sich die Behandlung der Narbe: oft zieht sie an Strukturen, die nicht im direkten Umfeld liegen, sondern über Faszienzüge und Fehlhaltung in weiter entfernt liegenden Regionen Beschwerden auslöst. 

 

Gelegentlich sind auch Empfindungsstörungen mit den Narben verbunden. Manche Narben sind dick oder rot, dies sind die verdickten Wulstnarben, sog. hypertrophe Narben oder die wuchernden Keloide, andere Narben werden weniger wahrgenommen, verursachen aber Beschwerden, ohne dass die/der PatientIn diese mit der Narbe in Verbindung bringt. Verklebungen sollten hier gelöst und gelockert werden. Narbenknubbel oder Verdickungen werden Schicht für Schicht gelöst. 

Wie kann die Narbe durch Osteopathie bearbeitet werden? Das schlecht versorgte oder übermäßig wuchernde Narbengewebe wird durch bestimmte Handgriffe gelöst. Dadurch wird es besser versorgt und fügt sich in das umliegende Gewebe so ein, dass es die gesunden Zug- oder Druckverhältnisse nicht mehr stört. Dies ist besonders wichtig etwa bei (Brust-)OP-Narben, durch die lymphatisches Gewebe gestaut wird. 

Bei der Behandlung der Narbe/n reicht der osteopathische Blick über die Narbe hinaus, die Gesamtstatik wird berücksichtigt. Denn in der Regel haben bereits andere Strukturen die Dysbalance, die durch das Störfeld entstanden sind, übernommen. Sie werden gelöst oder deblockiert, so dass sich der Körper in seine natürliche, gesunde Positinierung ausrichten kann. 

Ob eine Narbe stört oder nicht, kann schnell ermittelt werden. Je nach Narbengröße und -tiefe sollten Narben frühestens nach acht Wochen behandelt werden. Aber auch ältere Narben, die bereits Jahrzehnte bestehen können noch immer gut entstört werden.